Logbuch von Clive Stewart

Ostafrika und Trauminseln im indischen Ozean
Max 120 vom 06.01. - 27.01.2004
Von Safaga/Ägypten bis Victoria/Seychellen

 

06.01.2004
Safaga/Ägypten

Ganz wie das zu erwarten war ist die Ankunft in Afrika ein wenig chaotisch, aber wir freuen uns alle schon gewaltig auf eine spannende und erholsame Reise. Das Visum wurde jedem Gast erteilt und wir sind nach Stunden geduldigen Wartens in Hurghada im Regen durch die Wüstenlandschaft nach Port Safaga gereist. Dort sehen wir unsere Maxim Gorki und an Bord werden wir mit Sekt begrüßt.

 

07.01.2004
Auf See

Nach einer heftigen Nacht beginnt der Tag wunderschön. Bei Sonnenstrahlen und blauem Himmel frühstücken wir bequem draußen am Pool, glücklich, Schnee, Kälte und Schmuddelwetter zu Hause verlassen zu haben. Hier haben wir eine Lufttemperatur von 20 Grad und eine Wassertemperatur von 20 Grad, bleiben da noch Wünsche offen?

 

08.01.2004
Port Sudan

Nach zähen Verhandlungen ging es doch! Unser unangemeldeter Besuch in Port Sudan bei bewölktem Himmel war sicher nicht das Highlight dieser Reise, aber dennoch sehr interessant. Nach den Warnungen von Cruisedirector Klaus Gruschka waren wir alle relativ eingeschüchtert und blieben erst einmal eng zusammen in der staubigen und chaotischen Hafenstadt. Doch dann sind wir immer mutiger geworden und fühlten uns nach kurzer Zeit fast völlig verloren, aber die vielen lachenden Gesichter und freundlichen Blicke haben uns beruhigt. Wir haben nichts kaufen können, obwohl alles offensichtlich billig war, denn unsere US-Dollars wurden von keinem als Zahlungsmittel anerkannt!

 

09.01.2004
Auf See

Da wir heute einen Seetag im Roten Meer haben, hatten wir Zeit, uns zu informieren, was uns bei den verschiedenen Ausflügen dieser Reise begegnen könnte. Reiseleiter Joe zeigte uns eine Reihe Dias im Maxim Theatre von vorigen Touren, um uns ein Eindruck zu geben, welcher Ausflug für uns der schönste wäre. Dort sahen wir auch den fertigen Film von der ersten Etappe dieser Welt Reise - Bremerhaven nach Kairo - lustige Szenen von Tour Guides, beeindruckende Bilder von Lissabon bis Tripolis.

 

10.01.2004
Auf See

Noch immer unterwegs Richtung Mombasa: kein Land in Sicht, daher können wir uns freuen, dass es so viele Angebote an Bord gibt. Heute haben einige von uns die Malstunde von Nicol Menz wahrgenommen und ganz tolle Bilder mit Wasserfarbe kreiert, andere haben mit Muscheln und Kleber Ihre Arbeiten angefertigt. Auf jeden Fall waren wir alle voll beschäftigt mit der Kunst.

 

11.01.2004
Auf See

Auf hoher See rund um das Horn von Afrika haben wir unter den vielen anderen Angeboten auch ein bisschen Unterricht in den praktischen Grundlagen der Menschenkenntnis: Gesichtsausdruckskunde, Naturell-Lehre nach Carl Huter 1861-1912, vorgetragen von Karla Gut. In der bequemen Rossia Lounge durften wir hören, wie wir verschiedene Charaktere erkennen können mit Hilfe der Gesichtsform-Analyse. Heute ging es um Nasen und nachdem wir eine Reihe von Dias gesehen haben, waren wir in der Lage zu erkennen, ob jemanden ein Genießer ist, eine „ästhetische“ oder „Willens-„Nase hat und somit können wir auch Rückschlüsse auf den Charakter dieses Menschen ziehen!

 

12.01.2004
Auf See

Einen Seetag, an dem das Thema Kannibalismus sehr beherrschend zu sein scheint! Einige der Gäste haben sich als tollkühne Stammesoberhäupter, Haremsdamen, Eunuchen und vieles mehr verkleidet, da wir abends eine Karneval-Tanz-Nacht gefeiert haben. Viel Blödsinn, noch mehr Spaß und überall wurden griesgrämige Gesichter vertrieben.

 

Auf See
13.01.2004

Heute haben wir den Äquator überquert! Dieses Ereignis haben wir mit einer Zeremonie gefeiert. Neptun gab den Befehl, all die unsauberen Gäste aus dem kalten Norden mit Wasser aus seinem Reich zu reinigen. Eine Reihe von Teufeln und Assistenten haben auf Neptuns Befehl sofort einige Passagieren gefangen und zum Swimming-Pool gebracht, wo Sie gründlich „gereinigt“ worden sind.

 

14.01.2004
Mombasa/Kenia

Früher als angekündigt sind wir am Ziel. Von Mombasas Hafen ist es nur eine kurze Busfahrt bis zur Stadtmitte. Mit dem Fahrrad nur fünfzehn Minuten, aber das unter ganz anderen Bedingungen als zu Hause. Hier hält keiner für einen Augenblick an, es sei denn, um Fahrgäste abzusetzen oder aufzunehmen. Dies passiert auf eine absolut chaotische Art, Unfälle werden nur durch reaktionsschnelles Bremsen verhindert. Bei 32 Grad und keiner einzigen Ampel auf der ganzen Insel ist Fahrradfahren hier eine ganz heiße Sache!

 

15.01.2004
Mombasa/Kenia

Einigen von uns haben sich eine Fahrt ins Landesinnere geleistet, um an einer Safari teil zu nehmen. Es ist trotz vieler wilder Tiere kein einziger Gast vorlorengegangen. Andere haben  den Tag damit verbracht, die ganzen Angebote der Einheimischen anzuschauen. Mombassas Einwohner sind gegenüber Touristen sehr freundlich und egal, ob sie was verkaufen können oder nicht, sind sie immer bereit ihr schönstes Lachen zu zeigen und wir hören von allen Seiten ein herzliches "Jambo" (Willkommen).

 

16.01.2004
Zanzibar/Tanzania

Zanzibar, eine Insel, zu der wir mit Tenderbooten fahren, liegt nicht weit vor der Küste Tanzanias in Ostafrika. Bei bedecktem Himmel landen wir morgens vor 10 Uhr und haben den ganzen Tag Zeit, diese ehemalige deutsche Kolonialstadt kennenzulernen. Auf dem Marktplatz kaufen wir zu günstigen Preisen Gewürze, wofür diese Insel sehr bekannt ist. Von den ehemaligen Hauptwirtschaftszweigen Sklavenmarkt und Fisch-/Fleischhandel ist nur noch der letzte übrig geblieben, obwohl es den meisten von uns erscheint, als ob die hygienischen Zustände hier nicht ganz dem europäischen Standard entsprechen.

 

17.01.2004
Auf See

Da wir heute auf See sind, freuen wir uns, dass es der Tag ist, an dem das Gala-Buffet serviert wird. Die Küche hat sich besondere Mühe gegeben und der folgende Gala-Show-Express im Musiksalon zeigt uns eine Reihe von Künstlern, die alles bieten,  Magie, Gesang, Humor und Tanz. Auf jeden Fall Unterhaltung für jeden.

 

18.01.2004
Mamoutzou/Mayotte

Auf Reede vor der französischen Insel Mamoutzou, einem Paradies zwischen Afrika und Madagaskar. Hier macht jeder für sich einen Ausflug unter strahlender Sonne. Die einen sind mit dem Taxi gefahren eine Stunde südlich zum schönsten Strand, wo sich Schildkröte streicheln lassen und das Tauchen sehr viel Spaß macht. Andere machen sich auf den Weg zum Aussichtspunkt, um sich einen Überblick zu verschaffen und das Foto für Freunde und Familie zu knipsen.

 

19.01.2004
Auf See

Für diejenigen, die noch nicht gewusst haben, wie wir zurecht kommen auf hoher See in so einen riesigen Schiff, zeigte die russische Besatzung heute bei eine Brückenführung, was alles dort oben geschieht. Unsere Fragen über Geschwindigkeit, Richtung und warum sich ein 25.000 BRT schwerer Stahlkörper nicht einfach umdreht und die 600 Meter bis zum Meeresboden sinkt, wurden zur vollsten Zufriedenheit jedes Passagiers beantwortet.

 

20.01.2004
Toamasina/Madagaskar

Die viertgrößte Insel der Welt, Madagaskar, haben wir heute besucht und einige von uns sind zum ersten Mal mit Rikshas in die Stadt Toamasina gefahren. Dort gibt es einen sehr günstigen Markt, wo wir Souvenirs kaufen können, z.B. Gewürze oder auch Diamanten, aber auch Elektrogeräte und Betten. Nachmittags haben wir Gelegenheit, die nur auf Madagaskar lebenden Lemuren zu sehen. In einem Zoo können wir Sie anfassen und über uns sprangen wilden Affen hin und her und machten eine Mordskrach.

 

21.01.2004
Auf See

Heute war unser russischer Tag. Nachmittags servierte uns die Besatzung russischen Tee und Süßigkeiten, begleitet von russischer Musik, das russische Abendessen war absolut vorzüglich und beim russischen Abend staunten wir alle, was unsere Kellnerinnen und Zimmermädchen so alles drauf haben.

 

22.01.2004
La Reunion

Französisch war heute angesagt, als wir in La Reunion in Euro bezahlen durften. Hoch in den Himmel sind wir gefahren über Wolken und fast bis zur Spitze dieser Vulkaninsel. Auf der eine Seite war alles grün und regnerisch, Wasserfälle strömten sogar bis auf die Strasse von Hunderten von Meter über uns, manchmal knallte die Sonne leuchtend durch und der aufsteigende Wasserdampf  verlieh allem eine zauberhafte Atmosphäre. Als wir an der Westküste landeten, war der Himmel wieder strahlend blau und ein Sprung ins Meer war angesagt - herrliche 28° warm.

 

23.01.2004
Port Louis/Mauritius

Mauritius, eine Insel mit hohen Bergen, die manchmal wie eine Landschaft auf einem weit entfernten Stern wirkt, wurde heute von uns überfallen. Nach Norden, Süden und Osten sind wir von der Hauptstadt Port Louis losgefahren. In Bussen und gemieteten Autos haben wir versucht, alles zu sehen in den wenigen Stunden, die uns zu Verfügung standen. Alte Vulkane, teilweise überwachsen und im inneren mit Bäumen waren  fast überall zu sehen. Die Spitzen dieser Vulkane sind teilweise abgebrochen und verleihen der Szenerie einen seltsamen Touch, fast wie am Set eines Sciencefictionfilms.

 

24.01.2004
Auf See

Heute bekamen wir Bilder von Gästen zu sehen, die bei Nicole Menz Kurse besucht haben. Nachmittags in der Bibliothek waren lauter bunte fröhliche Acrylbilder ausgestellt mit Landschaften Nord-Italiens, Blumen und Seelandschaften. Es war eine Freude zu sehen, dass sich einige von uns sich mit der Malerei beschäftigt haben, als wir auf See waren und diese einmaligen Erinnerungsstücke dann auch mit nach Hause nehmen können als Andenken an unsere Reise im Indischen Ozean.

 

25.01.2004
Auf See

Endlich war es so weit! Der Film „Ostafrika und Trauminseln im Indischen Ozean“ wurde uns im Maxim-Theater vorgestellt. Wir haben uns gefreut, das sehr professionelle und auch persönliche dokumentarische Tagebuch zu sehen. Die Reisebegleiter, die mit uns auf verschiedenen Fahrten unterwegs waren, sind auch zu Hause noch einmal zu sehen und verschwinden nicht ganz aus unserem Gedächtnis. Schön, dass ein Videoprofi mit einer richtig guten Kamera unterwegs war und alles festgehalten hat, was uns sonst vielleicht nicht so gut gelungen wäre.

 

26.01.2004
Victoria/Mahe/Seychellen

Für viele von uns kommt nun der letzte Abschnitt dieses Urlaubes, die Trauminsel Mahe auf den Seychellen. Um 08:30 ging es dann los, wir sind in der Hauptstadt Victoria angekommen. Die ehemalige englische Kolonie scheint sich trotz wirtschaftlich schlechter Lage sehr wohl präsentieren zu können. Keinen Spur von Armut, kein Berg von verlassenen Abfällen, sondern ordentliche Strassen, manche Strassen scheinen fast in einem besseren Zustand zu sein als zuhause. Wir mussten nur aufpassen, dass wir nicht all zu nahe am Strassenrand laufen, da es dort sehr tiefe Gullies gibt für die Zeiten, in denen der Regen in Strömen die Strassen flutet.

 

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