Logbuch und Infos zum Computerkurs
von Utz Ortmann

Mittelamerikas Sonnenküsten & Karibik
Max 127: 29. März 2004 bis 15. April 2004
Von Ensenada/Mexico bis Nassau/Bahamas

 

28./29. März 2004
Anreise nach Tijuana/Mexiko 

Madre de dios! Drei Stunden warten auf die Abfertigung – angeblich, weil die mexikanischen Behörden neben der Abfertigungsgebühr noch einen kleinen Obolus verlangten. Wenn einer eine Reise tut...

30. März 2004
Auf See

Der erste Kurs. „Digitales Gestalten“. Zu Beginn geht es um Texte, mit denen man selbst im Standard-Programm Word einiges anstellen kann. Dann der Übungsalarm. Wieder ein großer Spaß für alle neuen Passagiere, die mir ihren Schwimmwesten schon lustig ausschauen – und das auch wissen. Wenn im Ernstfall genau so viel gelacht wird, ist zumindest keine Panik zu befürchten.

31. März 2004
Eigentlich Cabo San Lucas, Mexiko

... aber wegen zu starken Seegangs ist ein Umsteigen in die Beiboote leider zu gefährlich. Das Schiff schwankt tatsächlich stark. Aber man kann ja auch sehr schön im Liegestuhl liegen und lesen.

1. April 2004
Mazatlán, Mexiko

Schöne Stadt, schönes Wetter, gutes Essen, Wellen, Strand und Meer. Mexiko gibt sich beim zweiten Eindruck richtig Mühe! Vor allem die Altstadt mit dem Museum für moderne Kunst,  mit vielen schattenspendenden Bäumen und gründerzeitlich-schmiedeeisernen Stahlpavillions hat eine sehr angenehm entspannte Atmosphäre.

         

2. April 2004
Puerto Vallarta, Mexiko

Noch eine schöne mexikanische Stadt. Wieder mit kilometerlangem Strand und einer lauschigen Altstadt, aber lebendiger als Mazatlán. Und – zumindest ist das der Eindruck – noch wärmer. Daran wird man sich also gewöhnen müssen... Die zwei (!) Aprilscherze, einer von der Reiseleitung, einer von der russischen Crew, funktionieren beide und veranlassen einige Passagiere dazu, auf Halbpension umzubuchen und sich zwecks Bestimmung der genauen Tonnage für den Panama-Kanal wiegen zu lassen.

 

 

3. April 2004
Auf See

Und schon geht es weiter mit dem außerordentlich nützlichen Programm Excel, das im Alltag tatsächlich helfen kann. Beachtlich: es sind doch etliche Teilnehmer mit sehr guten Vorkenntnissen und dementsprechend qualifizierten Fragen dabei.

4. April 2004
Auf See

Bildbearbeitung mit Photoshop, erster Teil. Ein anspruchsvolles Programm, das zu lernen sich aber auf jeden Fall lohnt, denn man kann damit die großartigsten Sachen anstellen. Die Kursteilnehmer sind dementsprechend auch mit großem Interesse dabei.

5. April 2004
Puerto Quetzal, Guatemala

Ein kleiner Hafen abseits einer Stadt erfordert, wenn man keinen Ausflug gebucht hat, ein Taxi. Das ist erschwinglich und der Fahrer ein netter älterer Herr, der viele Anekdoten zu erzählen hat. Die abenteuerliche Fahrt beinhaltet eine Flussüberquerung auf einer Art Floß mit Außenborder (und würde hierzulande „Fähre“ genannt) und geht zu einer etwa 20 Kilometer entfernt gelegenen Station, in der Meeresschildkröten und anderes bedrohtes Meeresgetier aufgepäppelt und gezüchtet werden. So majestätisch die großen Schildkröten im Wasser zu fliegen scheinen, so lustig paddeln die kleinen Exemplare in ihren Becken herum. Außerdem liegt die Station an einem phantastischen Strand: schwarzer Vulkansand und Wellen, die schon ein bisschen Vorsicht sinnvoll erscheinen lassen.

6. April 2004
Sonsonate, El Salvador
 

         

Noch ein Hafen im Nirgendwo. Aber ein örtlicher Busunternehmer steht mit einem originalen, gelben Schulbus bereit, diejenigen, die keinen Ausflug gebucht haben, in die nächste Stadt zu bringen. Stadt ist eigentlich übertrieben: die Kreuzung zweier Überlandstraßen mit ein paar Häusern Drumherum ist Acajutla. Aber die Abwesenheit jeglicher Sehenswürdigkeiten hat auch Vorteile: die Menschen sind nicht auf Touristen vorbereitet und das Anpreisen von Andenken und anderem Krimskrams entfällt somit. Stattdessen auffallend viel Interesse und Offenheit.

7. April 2004
San Juan del Sur, Nicaragua

                

Das ärmste Land der Region zeigt sich erstaunlich liebenswert. Dazu trägt sicher auch bei, dass der kleine Ort während der Osterfeiertage viele inländische Touristen anlockt. Am Strand steht eine Bühne neben der anderen und die Soundchecks bilden eine bunte akustische Kulisse, nicht nur beim Baden sondern auch für die fast endlose Reihe der Straßenhändler, die neben dem üblichen Tand und dubiosen Lebensmitteln auch viele Leckereien anbieten. Der kleine Ort ist schnell erkundet und überall trifft man auf Einheimische, die sich immens freuen, dass sich Fremde dorthin verirrt haben. Dass sie die Antwort auf die Frage, woher man denn käme, meist nicht einordnen können, mag einerseits am niedrigen Bildungsniveau liegen, vielleicht sind auch die Strapazen der vergangenen Feierlichkeiten dafür verantwortlich.

8. April 2004
Puntarenas, Costa Rica

Die „Schweiz Mittelamerikas“ ist großartig und wir wollen wiederkommen! Der höchste Lebensstandard in der Region kommt nicht von ungefähr: als eines der wenigsten Länder hat Costa Rica seine Armee komplett abgeschafft und investiert das gesparte Geld stattdessen lieber in Bildung und Gesundheitswesen. Auf dem Privatprogramm sollte eigentlich endlich mal ein Leihwagen stehen, aber der Ort ist halt auch keine Metropole. Also wieder ein Taxi, mit einem erstaunlich landes- und naturkundlich bewanderten Fahrer, der einen Ausflug in ein nahe gelegenes Naturreservat vorschlägt. Auf dem Weg dorthin hält er an einer ganz normalen Brücke über einen ganz normalen Fluss und fordert zum Herunterschauen auf: ein gutes Dutzend ausgewachsener Kaimane lauert dort auf Futter (oder Badegäste?)!

        

Und dann der Regenwald: auch wenn man schon ein paar schöne Wälder gesehen hat, ein umwerfendes Erlebnis. Ein Baum höher als der andere. Auf jedem Baum Schlingpflanzen mit Luftwurzeln, dazwischen richtige Papageien in schrillen Farben und überall Leguane, die man bei der Suche nach Vogelnestern beobachten kann. Irgendwo oben in den Baumkronen sitzen Affen, man kann sie aber nur hören, und zum Glück auch nicht sehen konnten wir die Taranteln, deren Netze hier und da den Boden bedecken.

                  

Zurück in am Hafen gibt es als Belohnung für die Strapazen bei knapp 40 Grad noch ein leckeres Fischessen.

9. April 2004
Auf See
 

Es geht weiter mit Photoshop und einer ausführlichen Wiederholung der ersten Lektion zum Thema. Wenn man das Grundprinzip des Programms einmal verstanden hat, ist es ja auch eigentlich ganz einfach. Auf jeden Fall macht es den Kursteilnehmern viel Spaß, Häuser verschwinden zu sehen und  Strände in Bilder von Städten hereinzukopieren. Dass Bilder nicht lügen können glaubt danach jedenfalls keiner mehr.

10. April 2004
Panama-Kanal

Was für ein Bauwerk! Unglaublich, dass Menschen so etwas erschaffen können. Wenn auch unter größten Opfern der angeheuerten Arbeiter, die unter widrigsten Umständen in den Malariaverseuchten Sümpfen schuften mussten. Etwa 30.000 Tote, ein Wirtschaftskrimi in Frankreich und ein extremes Beispiel politischer Unverfrorenheit seitens der USA machen das widersprüchliche Bild komplett. A propos Bild: der Kanal sieht über weite Strecken gar nicht aus wie ein Kanal, sondern besteht aus einem gigantischen Stausee. Eine Wasserlandschaft mit tausenden kleiner Inseln und dazwischen Wasser, so weit das Auge reicht. Und dann die Schleusen: technische Meisterwerke, die selbst für größte Containerschiffe ausreichen. Kleine Lokomotiven ziehen die Schiffe durch die Schleusenanlagen und ein ganzes Heer von Schleppern bugsiert die Ozeanriesen durch die Passage.

            

11. April 2004
Auf See

Heute geht es im Computerkurs um das Programm PowerPoint aus dem Hause Microsoft. Eine der ersten Anwendungsmöglichkeiten für die noch frischen Kenntnisse in der Bildbearbeitung, denn hier kommt alles zusammen: Bilder, Animationen, Texte und Musik.

Mit ein wenig Übung kann man so seine Urlaubserinnerungen in eine sehr ansehnliche Form bringen.

12. April 2004
Ocho Rios, Jamaica

Endlich ein Leihwagen und die Freiheit, überall hin zu fahren, noch dazu bei der angenehm langen Liegezeit. Zuerst führt es uns zu den Wasserfällen von Ocho Rios, wo es aber bedingt durch den Feiertag sehr voll ist. Der erste Eindruck ist ohnehin verwirrend: die meisten Jamaikaner scheinen sich bei der Auswahl von Kleidung, Frisur, Musik und Tabakbeimischung sehr eng an dem Klischee zu orientieren, das wir von ihnen haben. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig: die Art und Weise, mit der die Andenkenverkäufer Kontakt aufnehmen. Beliebtester Spruch: „Yo brother, I respect you!“. Toll.

Danach fahren wir durch eine Schlucht mit Dschungel ins wunderschöne, harmonisch-hügelige Landesinnere, dass ein bisschen nach Südengland aussieht. Faszinierend: alle grüßen. Noch faszinierender: sie tun das, während sie in halsbrecherischem Tempo über die winzigen Landstraßen brettern.

Gerade in den kleineren Orten treffen wir auf eine unglaubliche Offenheit und Freundlichkeit der Menschen. Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist ein Einkaufsbummel im Duty-Free-Paradies von Ocho Rios, dem Eldorado aller Kitschliebhaber.

13. April 2004
Auf See

Der Kurs nähert sich seinem Höhepunkt, dem digitalen Filmschnitt. Die technische Entwicklung erlaubt es heute, auf einem handelsüblichen PC durchaus semiprofessionelle Filme zu schneiden. Besonders interessant wird das durch das Programm AVID FreeDV, einen Ableger einer Profi-Software, die umsonst aus dem Internet geladen werden kann. Ein paar Tücken gibt es schon: das Programm ist nur auf Englisch zu haben und die Bedienung verlangt nach einiger Eingewöhnung. Aber wenn man einmal gelernt hat, auf welche Funktionen man sich konzentrieren muss, wird es schon erheblich einfacher.

14. April 2004
Auf See

Und trotzdem kein Kurstag, denn es muss gepackt werden. Nebenbei bleibt aber noch genug Zeit zum Lesen in der Sonne.

15. April 2004
Nassau, Bahamas und Rückreise
 

Wenn man ein Dach drüber machen würde, wäre Nassau die perfekte amerikanische Einkaufs-Mall. Ein Duty-Free-Outlet am nächsten – aber dazwischen schon auch noch einige sehr schöne traditionelle Häuser in reinster Kolonialarchitektur. An Geld scheint es auf jeden Fall nicht zu mangeln: eine erstaunliche Anzahl Stretchlimousinen und Villen, die in ihren tropischen Gärten kaum zu sehen sind, scheinen durchaus repräsentativ für die Insel zu sein.

 

 

 

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