Logbuch von Wolf Becker
(Computer, Foto + Video Digital Seminare)

Mittel- und Südamerika
MAX 181: 19.01. - 06.02 2006

 

Donnerstag, 19. Januar 2006 - Flug nach Santo Domingo

Ein richtiges Schmuddelwetter in Frankfurt mit Temperaturen unter der Gefriergrenze stimmen uns heiter im Bewusstsein, bald unter der karibischen Sonne ein Sonnenbad nehmen zu können. Nachdem die Tragflächen des Fliegers enteist worden sind, geht der 9 ½-stündige Flug nach Santo Domingo/Dominikanische Republik, wo uns die Maxim im Hafen in neuen Phönix-Farben begrüßt. Wir haben noch etwas Zeit, einen Spaziergang durch die Altstadt durchzuführen, bevor wir um Mitternacht die Reise beginnen.
 

Freitag, 20. Januar 2006 - Auf See

Die Maxim-Familie ist begrüßt, der erste Relaxtag liegt vor uns, bevor am Nachmittag ein Schiffshorn uns jäh aus den Träumen reißt. Der notwendige Schiffsalarm, an dem sich alle Reisenden und die Schiffscrew beteiligen müssen wird durchgeführt. Nach netten und freundlichen Unterweisungen des Bordpersonals können wir wieder in unsere Kabinen. Am Abend stellen sich alle Künstler nach dem Kapitänsdinner im Musiksalon den Passagieren vor.
 

Samstag, 21. Januar 2006 - Montego Bay/Jamaika

Rum, Rasta, Reggae – kein Staat der Welt der die Lebensfreude gepaart mit den 3 Worten mehr zum Ausdruck bringt, wie Jamaika. Bei herrlichem Sonnenschein sind viele Gäste unterwegs, um sich diesen Traum einer karibischen Insel, z. B. am Ochos Rios, einem riesigen Wasserfall, der zum Baden auffordert, anzusehen. Die Bewohner sind nett und freundlich, in den Straßen ist überall die Reggae-Musik zu hören. In einer Bar erzählt man uns die Geschichte des jamaikanischen Bobsled, der jamaikanischen Viererbob-Mannschaft, die sich seit 1980 an den Olympischen Winterspielen beteiligt. Die Mannschaft hat sich einige Straßen weiter auf die Olympic Games vorbereitet.
 

Sonntag, 22. Januar 2006 - Georgetown/Cayman Inseln

Eigentlich handelt es sich bei der Namensvergabe für diese Insel um eine Verwechselung. Die Spanier glaubten bei der Entdeckung dieser Insel, sehr viele Kaimane an den Stränden vor sich zu haben. Dies war ein Irrtum. Eigentlich müsste die Insel Turtle-Islands heißen. Auf einer Farm nördlich unserer Anlegestelle werden viele Schildkröten gezüchtet, Tiere, die seit Jahrtausenden auf dieser Insel beheimatet sind. Die Stadt und die Strände sind fast menschenleer, es ist Sonntag, und die Geschäfte sind geschlossen. Da die Cayman-Inseln das amerikanische Steuerparadies sind, sind die Preise an Land ziemlich gepfeffert. An den langen gepflegten breiten Stränden gerät man in das Träumen. Feinster Sand, gepaart mit wolkenlosem Sonnenschein, und dem karibischen Flair lassen die Seele baumeln.
 

Montag, 23. Januar 2006 Kreuzen in der Karibik

Die Maxim hat 287 Seemeilen zwischen Georgetown und St. Tomas de Costilla  zurückzulegen, ein Törn, der nur an zwei Tagen zu bewältigen ist. Ein Seetag, das Meer liegt ruhig vor uns, und wir durchpflügen die kleinen Wellen, die vor uns liegen. Zum Frühschoppen gibt es Leberkäse mit Kartoffelsalat. An Bord wird auch eine Menge Kurzweil angeboten: Ein Bericht über die Anfänge der Maxim Gorki von einem ehemaligen Ingenieur der TS Hamburg, Mentaltraining zum Steuern seiner positiven Gedanken, Reiki – ein System sich und andere mit heilsamer Energie zu versorgen, einen EDV-Einsteigerkurs und einen Bericht über die Mayas – damals und heute. Am Abend verzaubert uns Hans-Jürgen Pincus mit seiner Flöte: Eine kleine Nachtmusik mit Csardas, Walzer, Ragtime, Opern- und Operettenarien, Bolero und mehr.
 

Dienstag, 24. Januar 2006 - St. Tomás des Castilla/Guatemala

Viele unserer Gäste sind heute nach Tikal geflogen, um im Urwald von Peten die Ruinen einer alten Mayastadt mit seinen eindrucksvollen Pyramiden, Tempeln und Palästen zu sehen. Eine weitere Gruppe ist mit dem Boot auf dem Rio Dulce unterwegs, um die Tier- und Pflanzenwelt Guatemalas zu studieren. Eine dritte Gruppe ist mit dem Bus nach Quirigua unterwegs. Hier können archäologische Ausgrabungen bewundert werden. Die an Bord verbliebenen haben einen besonderen Gast begrüßen dürfen. Zur Eröffnung des neuen Touristen-Terminals ist der Staatschef unseres Gastlandes Oscar Berger gekommen, und begrüßt die Gäste persönlich aufs herzlichste.
 

Mittwoch, 25. Januar 2006 - Puerto Cortés/Honduras

Der Himmel hat zeitweise seine Pforten geöffnet, und ein warmer Regen fließt wie ein Bach auf die Erde, es ist Regenzeit. Hin und wieder reißen die Wolken auf, und der warme Strahl der Sonne spiegelt sich auf dem Wasser in den Straßen. Die Gäste, die die Ausflüge „Land und Leute“ oder Copan gebucht haben, haben nach einer kurzen Reisezeit den herrlichsten Sonnenschein.
 

Donnerstag, 26. Januar 2006 - Roatán (Isla de Bahia)/Honduras

Es ist wohl die Mystik, die von dieser alten Seeräuberinsel ausgeht und diesem Eiland ein ganz besonderes Flair verleiht. Leider haben die Regenfälle der letzten Nacht und am Morgen dazu geführt, dass alle Ausflüge ausgefallen sind. Nun gab es genügend Zeit, an Land zum Schoppen zu gehen. Die einheimische Bevölkerung war bereits auf uns eingestellt, und hat uns landestypische Souvenirs feilgeboten. Nachdem das letzte Tenderboot pünktlich um 13.00 Uhr die Maxim wieder angesteuert hat, haben wir den Kurs in Richtung San Andres aufgenommen, es liegen 677 Seemeilen vor uns.
 

Freitag, 27. Januar 2006 - Kreuzen in der Karibik

Bei Windstärken um 7 und einem Seegang von 6 hatten einige Passagiere Schwierigkeiten, mit dem Seegang fertig zu werden. Das Schiff wurde durch eine ausgedehnte Fahrt östlich aus der aufgebrachten See herausgebracht, damit wir am Abend bei dem großen Galabuffet entsprechende Ruhe auf dem Schiff hatten. In zwei Abschnitten haben die Köche an Bord ihre Fähigkeiten zeigen können, und nach Abschluss des Galabuffets gab es den Gala-Show-Express. Alle Abendkünstler servierten einen bunten Unterhaltungscocktail aus Musik, Gesang, Humor und Tanz.
 

Samstag, 28. Januar 2006 - San Andrés/Kolumbien

Leider war der Aufenthalt auf dieser Insel viel zu kurz. Es waren wunderschöne Strände, die wieder einmal zum baden eingeladen haben, ein Rundkurs über die 18 km lange Insel und Shopping in der Stadt San Andrés angesagt. An der Küste konnten wir Geysire beobachten. Kleine Aushöhlungen, durch die die Meeresbrandung hindurchgedrückt wurde, und geschossartig als Geysir in die Höhe schnellte. Die ersten Delphine gaben ihr stell dich ein bei einigen Kunststücken, die sie um die Maxim herum zeigten. Phönix hat sich auch hier keine Kosten und Mühen scheuen lassen. Am Abend hat uns unser Bauchredner Eddy seine Freunde vorgestellt.
 

Sonntag, 29. Januar 2006 - Limon/Costa Rica

Mit dem Motorboot sind wir im Regenwald von Costa Rica unterwegs. Mit den Mawamba-Booten haben wir die Dschungelwasserkanäle bereist und haben in dem Nationalpark Tortuguero die Tier- und Pflanzenwelt des Regenwaldes kennen lernen dürfen. Man bezeichnet diese Gegend auch als Costa Ricas Amazonas. Neben einer unzähligen Art von Reihern über Faultiere, die sich behäbig in den Baumkronen bewegt haben, über Brüllaffen bis hin zum Krokodil – eine unzählige Artenvielfalt an Lebewesen. Überhängende Pflanzen spiegeln sich im seichten Wasser. Um zum Schiff zurückzukehren sind wir an den größten Bananenplantagen der Welt vorbeigekommen, und haben sehen können, wie die Bananen zum Transport vorbereit werden.
 

Montag, 30. Januar 2006 - Panama-Kanal

Morgens gegen 7 Uhr sind wir am Beginn des Panamakanals angekommen, um die Reise tagsüber durchführen zu können. Ein eindrucksvolles Schauspiel – das besondere „Highlight“ dieser Reise. Dieser Kanal entspricht einem der größten Bauwerke der menschlichen Geschichte. Ein riesiger Kanal, der durch Berge gebrochen worden ist, um die Fahrt um das Cap Horn zu sparen. Fast alles ist seit der Erbauung 1913 bis zum heutigen Tage nicht verändert worden. Nach einer 9-stündigen Fahrt haben wir die Brücke de Americas erreicht, dem Wahrzeichen des Panamakanals, unweit der City von Panama-Stadt, der Pazifische Ozean ist erreicht. Wieder springen Delphine um die Maxim herum. Der erste Wal hat unmittelbar neben dem Schiff die Gäste herzlich willkommen geheißen.
 

Dienstag, 31. Januar 2006 - Äquatorüberquerung

Drei mal war das lang andauernde Geräusch des Schiffshorns über das Meer zu hören, die Maxim hat den Äquator erreicht. Neptun hat mit seinem Gefolge das Schiff, die Besatzung und die Gäste beschlagnahmt, um sie mit sauberem Wasser zu läutern, zu reinigen, um dann den Weg in die südliche Welt freizugeben. Wer nicht schnell genug in die Kabine kam, wurde als Täufling gekennzeichnet, und musste, nachdem er mit dem Dreck des Nördlichen beschmutzt worden war sowie Tetris, der Frau des Neptun gehuldigt hatte, zum Reinigen in den Pool der Maxim. Am Abend stand das Showprogramm der russischen Mannschaft im Abendprogramm. Die Bordband Labyrinth spielte zum Tanz und dem heimatlichen Gesang der russischen und ukrainischen Besatzung.
 

Mittwoch, 01. Februar 2006 - Manta/Ecuador

Unweit der Stadt Manta, in dem kleinen Örtchen Montechristi, ist der Ursprung der fingerfertigen Herstellung der Panama-Hüte zu sehen. Auch heute können wir der einheimischen Bevölkerung zusehen, mit wie viel Aufwand ein solcher Hut hergestellt wird. Nach dem Verkauf wird der Hut zusammengerollt und in einer Balsaholzschachtel aufbewahrt. Auch das Holz für die Transportschachtel stammt aus dieser Region. Das kleine verträumte Örtchen befindet sich ganze 20 Autominuten von Manta entfernt. Der Weg geht über das Vorland der Anden bis auf einen hohen Berg. Über die Dächer von Montechristi wacht der Turm der großen Kathedrale.
 

Donnerstag, 02. Februar 2006 - Guayaquil/Ecuador

Es ist viel Leben in der Millionenstadt Guayaquil. Nach der Reise über einen 50 km langen Fluss haben wir im Containerhafen festgemacht. Mit Shuttle-Bussen sind wir vor die Hafenausfahrt gebracht worden. Die lange und breite Uferpromenade der Stadt lädt zum verweilen ein. Von hier aus haben wir einen genauen Blick in das Künstlerviertel der Stadt. Über die Straße des 8. Oktober gelangt man zum Park. Hier lebt eine ganze Reihe von handzahmen Leguanen, die sich von den Menschen füttern lassen.   
 

Freitag, 03. Februar 2006 - Kreuzen im Pazifik

Bei herrlichstem Sonnenschein schnitzt am Vormittag der philippinische Küchenartist Juan am Außenpool aus einem Eisblock bezaubernde Eisfiguren, an der Neptun-Bar gibt es heute Vormittag einen Frühschoppen mit Weißwurst und Brezeln. Neben den üblichen Aktivitäten des Sport- und Animationsprogramms, werden heute Vorträge über die Technik der Maxim Gorki, Russisch-Unterricht, Dia-Vortrag über die Anden einem Tanzkurs auch ein EDV-Kurs angeboten. Am Abend zeigen die vier Star Dancers ihr Können im Musiksalon, und Rudolf H. Hergert spricht über Aphrodisische Dichtung aus zwei Jahrtausenden – einem Herrenabend, an dem Damen selbstverständlich Willkommen sind.
 

Samstag, 04. Februar 2006 - Salaverry/Peru

Unsere Gäste, die nach Cuzco und Machu Picchu reisen wollen, müssen das Schiff schon kurz nach 6 Uhr verlassen. Die anderen Gäste haben die Möglichkeit, auf „eigene Faust“ oder durch organisierte Führungen Salaverry und Umgebung kennen zu lernen. Eine Taxifahrt in die Stadt Trujillo erlaubt uns die Moche-Kultur oder Chan-Chan, einen Tempelkomplex im Sandstein und Tonbau zu erkunden. Abends heißt es leider wieder einmal im Musiksalon: Do Swidanja, Good Bye, Au revoir, Auf Wiedersehen. Sämtliche Künstler der Reise verabschieden sich von den Gästen.
 

Sonntag, 5. Februar 2006 - Callao/Peru

Die Millionenstadt Lima mit dem Vorort Callao liegt uns zu Füßen. Nach einer sehr aufregenden Einfahrt in den Hafen von Callao – aufgrund des vorherrschenden Nebels konnten wir erst nach erheblicher Zeitverzögerung in den Hafen einfahren, vorbei an einem gerade aufgrund einer Havarie mit einem anderen Schiff gesunkenen Frachter, - haben wir unser Ziel erreicht. Mit dem Taxi war die Fahrt in die peruanische Hauptstadt dann auch nicht mehr so weit. In der Stadt wurde gefeiert – Maria Lichtmess – ein buntes Treiben hunderter Tänzer und Musiker, wie an einer Perlenkette aufgereiht über die Plaza de Armas, dem Platz der peruanischen Regierung. Tausende standen den Tänzern und Musikern Spalier, und sahen dem bunten Treiben zu. Ein kurzer Ausflug nach Miraflora hat uns ein ganz anderes Peru gezeigt. Weiträumige Strände, eine ansehnliche, reich ausgestattete Promenade mit dem sonntäglichen Treiben der Familien in eine südamerikanische Märchenwelt für Kinder.
 

Montag, 06. Februar 2006 - Callao/Peru - Heimflug

Und wieder einmal ist ein Urlaub zu Ende gegangen – viel zu schnell, die Eindrücke sind noch gar nicht verarbeitet. Viele neue Freunde sind gefunden, die letzten Visitenkarten verteilt. Die Koffer sind gepackt – und nun geht es wieder los. Nach einem Zwischenstopp unseres Fliegers in Punta Cana (Dominikanische Republik) sind wir nach 14 Stunden Flug wieder in Frankfurt bei Minustemperaturen gelandet. Die Wirklichkeit der Heimat hat uns schnell wieder eingeholt. Hoffen wir, das die Kraft, die wir mit diesem Urlaub sammeln konnten im täglichen Leben ausreicht, bis es wieder heißt: Mit der Maxim um die Welt.

 

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