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Logbuch
von Udo Schneider
"Trauminseln der Südsee"
Montag, 06.02.2006 - Ankunft in Callao/Peru Da liegt die Maxim, wie sie von ihren Fans gern genannt wird, in Callao, dem Hafen von Lima, und begrüßt uns mit ihrem strahlenden Weiß. Genau so herzlich-strahlend ist die Begrüßung durch die Phoenix-Crew. Offenbar gehen viele Wiederholer an Bord, wie man an der Vertrautheit zwischen Reiseleitern und Gästen erkennen kann. It’s good to be back home...es tut gut, wieder zuhause zu sein. Der Tag bleibt weitgehend programmfrei, was auch von allen begrüßt wird. Der 16stündige Flug mit LTU von Frankfurt nach Lima ist zwar erstaunlich stressfrei verlaufen, aber trotzdem ist fast jeder nach so einer langen Reise recht erschöpft. Also geht man mal durch das Schiff, sagt hier und da Guten Tag, freut sich über das leckere Essen und verschwindet ziemlich früh in der Koje. Morgen ist ja auch noch ein Tag.
Dienstag, 07.02.2006 - Callao/Peru Bereits um 7.30 h beginnen die ersten Ausflüge nach Lima zur Stadtrundfahrt mit Goldmuseum und um 8.30 h für die einfache Stadtrundfahrt. Natürlich gibt es hier auch die in Südamerika zu erwartende Armut mit Stadtvierteln, die alles andere als dekorativ sind. Aber man findet auch wachsenden Wohlstand mit schönen Einfamilienhäusern, das neue Miraflores-Viertel, in dem sich viele edle Geschäfte etabliert haben und eine sehr gepflegte und beeindruckende Altstadt mit einem gut bewachten Präsidentenpalast. Einen seltsamen Eindruck hinterläßt bei den meisten das Knochengewölbe unter der Kathedrale, in dem Mönche viele tausend Menschenknochen in dekorativen Mustern zusammengelegt haben: so z.B. ein Rondell aus Schädeln und Beinknochen mit einem Durchmesser von mehreren Metern. Interessant anzuschauen, aber wenn man sich klar macht, was dort so vor einem liegt... Um 13 Uhr verläßt TS Maxim Gorki den Hafen und läuft aus, Richtung Osterinsel. Vor uns liegen viele Seetage. Das Wetter sieht jedenfalls schon mal gut aus. Abends gibt es die offizielle Begrüßung mit Cocktail durch den Kapitän, seine Offiziere und die Phoenix-Reiseleitung. Die Abendshow macht die Gäste mit den zugestiegenen Abend- und Tageskünstlern bekannt. Wie jeden Tag üblich, gibt’s um 22.30 h noch den Mitternachts-Snack mit speziellem Thema (heute: Früchte- und Käsebüffet) und im Captain’s Club kann - ebenfalls wie jeden Abend - bis ca. 2 h das Tanzbein geschwungen werden.
Mittwoch, 08.02.2006 - Auf See Wer um - sagen wir mal - kurz vor 10 h zum ersten Frühstück geht, hat schon den “Early Bird”, also Tee, Kaffee und Gebäck für Frühaufsteher, und das Frühstück in den Restaurants verpaßt. Kein Problem, denn bis 10.30 h kann man ja im Lido-Café satt werden. Man muß sich aber etwas beeilen, denn um 11 h wird dort schon wieder eine heiße Bouillon serviert, bevor um 12.30 h das Mittagessen in allen Restaurants serviert wird. Auf dem Schiff ist bisher übrigens niemand gesichtet worden, der Hunger gelitten hätte! Nachmittags hält Stephanie Pauly im Maxim-Theater eine Vorlesung aus ihrem Buch “Eine Liebe auf der Osterinsel”. Sie berichtet von ihrem Leben auf eben dieser Insel, das sie seit rd. 10 Jahren mit Carlo, einem Polynesier, führt. Seinerzeit hatte sie binnen drei Tagen ihr altes Leben als Studienrätin in Köln ganz einfach an den Nagel gehängt und in Deutschland alles aufgegeben. Darüber hat sie das o.g. Buch geschrieben, erschienen bei Hoffmann & Campe. Sie ist auch schon im deutschen Fernsehen aufgetreten, u.a. bei Kerner im ZDF. Das Kino ist jedenfalls bis auf den letzten Platz gefüllt, und das Interesse an ihr ist sehr groß, wie die vielen erstaunten und teilweise verständnislosen Fragen beweisen. Abends begeistert der Europmeister der Zauberer, ChaPeau, die Passagiere mit seinen magischen Tricks im Musiksalon. Donnerstag, 09.02.2006 - Auf See Ab heute gibt’s das volle Tagesprogramm: Um 10 h kann man im Kurs “Mentaltraining” mit Margit Herrschmann lernen, wie man die Kraft positiver Gedanken einsetzen kann. Ab 11 h zeigt Ralf Herrschmann, wie man mittels “Reiki” sich und andere mit heilsamer Energie versorgen kann. Um 14 h beginnt der “Computer-für-Einsteiger”-Kurs von Udo Schneider, heute mit dem Thema “Wie der PC überhaupt funktioniert und wie man ihn bedient”. Auch Stephanie Pauly berichtet um 15 h wieder von ihrem Leben auf der Osterinsel. Und ein besonders beliebtes Ziel ist die Veranstaltung des Lektors Dr. Wolfgang Losacker, des Südsee-Arztes von Rarotonga, der über die “Geschichte und Kultur der Polynesier” berichtet. Kurz: den Passagieren wird es nicht langweilig, zumal auch die Sonne ihren Beitrag leistet. Mit jeder Seemeile Richtung Südsee wird es wärmer. Schon zum Frühstück nähern wir uns der 30-Grad-Marke, aber durch den Seewind wird es nicht zu heiß. Die Sonnendecks sind jedenfalls voll mit Sonnenanbetern. Abends spielt und singt der Teufelsgeiger Jiri Erlebach zur Begeisterung seiner Zuschauer im Musiksalon. Der Mann ist an Bord beliebt, wie es scheint. Nicht zu vergessen sind natürlich die festen täglichen Programmpunkte, wie z.B. acht Mahlzeiten, diverse Aperitif- und Sektstunden, der Russisch-Kurs, Bingo im Musiksalon, mehrere Sportveranstaltungen, Skatrunden, Schachkämpfe, Tanzen leicht gemacht mit dem Ehepaar Schu sowie diverse Fernsehprogramme. Langeweile hat jedenfalls niemand. Manche Gäste lachen sogar, mit solch einem Freizeitstress hätten sie nicht gerechnet, freuen sich aber natürlich, dass ihnen so viel geboten wird.
Freitag, 10.02.2006 - Auf See Zusätzlich zu den Kursen Mentaltraining, Reiki, Computer für Einsteiger (heute: Dateiverwaltung), Russisch und Tanzen sowie den festen Programmpunkten (siehe 09.02.) sprechen Stephanie Pauly über “Die Rapa Nui - die Ureinwohner der Osterinsel - und die Europäer” und Dr. Wolfgang Losacker über “Seevögel der Südsee”, beide wieder mit durchschlagendem Erfolg. Außerdem gibt es im Laufe des Tages eine Wodka-Probe, eine Andacht und eine Gesprächsrunde mit dem Bordgeistlichen Kurt Triebel, einen “Abend rund um die Liebe” mit dem US-Tenor Randall Cooper und in der Rossia-Lounge ab 22.30 h eine Live-Musik-Show der Bordband Kalinka “Back to the Sixties” mit Rock und Beat aus der guten alten Zeit der 1960er. Passend dazu gibt’s zum Mitternachtssnack Donuts. Samstag, 11.02.2006 - Auf See Bei den Kursen “Mentaltraining”, “Reiki”, “Computer für Einsteiger” (heute: E-Mails) und “Tanzen leicht gemacht” hat sich mittlerweile ein festes Publikum eingestellt, das jeweils 40 - 50 Personen umfaßt. Liegen die anderen 400 Passagiere etwa alle in der Sonne? Halt, jeder darf natürlich tun und lassen, was er will, z.B. mit Erika Hüte basteln, zur Russischen Teestunde Leckereien naschen, bei Dr. Losacker etwas über “Graf Luckner” hören, der in der Südsee aktiv war. Mittlerweile hat sich auch ein recht großer Maxim-Chor aus Gästen gebildet, die bei späteren Abendveranstaltungen mitwirken werden. Der Russische Abend wird von der Besatzung ab 21 h im Musiksalon ausgerichtet.
Sonntag, 12.02.2006 - Vor Hangaroa/Osterinsel Gegen 9 h erreicht die Maxim Gorki die Osterinsel - damit haben wir die Südsee erreicht. Zuvor waren in der Nacht die Uhren um 1 Stunde zurückgestellt worden. Aufregung macht sich breit, denn manche freuen sich, daß sie endlich wieder mit dem Handy telefonieren können, während andere betreten schauen, weil das mit ihrem Mobiltelefon nicht funktioniert. Warum das so ist, wird zwei Tage später im PC-Kurs erklärt. Es sieht nicht gut aus, was das Ausbooten angeht. Zwar ist das Wetter wunderbar sonnig, aber der Pazifik hat seit zwei Tagen eine sehr lange Dünung. In ihrer Ruheposition kurz vor der Insel wird die Maxim teilweise recht heftig aufgeschaukelt, so dass sogar das Geschirr im Lido-Café von den Tischen rutscht. Ähnliches würde mit den Tenderbooten an der Schiffswand geschehen - ein echtes Sicherheitsrisiko. Die Osterinsel hat leider kein Atoll wie andere Südseeinseln, das die Wellen bricht und in dessen Inneres ein Schiff normalerweise einfahren kann. An der Osterinsel schlagen die Wellen ungebremst an Land und verursachen den “Surf”, den die gleichnamigen Sportler so lieben. Ebenfalls vor Hangaroa liegt ein englisches Kreuzfahrtschiff von ähnlicher Größe wie die Maxim, die “Saga Rose”. Man sieht von uns aus sehr deutlich, wie die “Rose” vom Meer angehoben wird und wieder absinkt. Ein einheimisches Boot mit anderer Technik nähert sich unserem Schiff, Phoenix-Leute steigen ein und fahren an Land, um das Terrain zu sondieren. Unruhe macht sich unter den Gästen breit, weil absehbar ist, daß wir nicht an Land gehen können. Der Kreuzfahrtdirektor informiert über Bordlautsprecher, daß ein paar Stunden abgewartet werden soll, wie sich die Wellen entwickeln werden. Gegen Mittag wird es immer deutlicher: Der Landgang wird ausfallen müssen, es ist zu gefährlich. Und gegen 14 h verlassen wir unsere Position, um Richtung Pitcairn weiterzufahren. Auf Wunsch der Passagiere wird die Insel jedoch in langsamer Fahrt umrundet. Man kann mit Ferngläsern und Camcordern viele der Statuen an Land sehen, so dass doch noch ein bißchen Osterinsel-Feeling aufkommt. Außer der Reihe findet heute nur der Computerkurs statt (“Textverarbeitung 1”), der auf die Schnelle anberaumt wird.
Montag, 13.02.2006 - Auf See Wieder wurden die Uhren 1 Stunde zurückgestellt, wir fahren der Datumsgrenze entgegen. Das wird in den nächsten Tagen bis Fakarava noch weitere viermal geschehen. Neben den Kursen Mentaltraining, Reiki, Tanzen und Computer (heute: Textverarbeitung 2) gibt es einige Highlights, wie das Schnitzen von Eisfiguren am Außenpool durch Juan, den Küchenartisten, die Bordolympiade, bei der ein Gästeteam, ein Besatzungsteam und die Phoenix-Reiseleitung um die höchste Punktzahl kämpfen. Die Höhepunkte des Tages sind sicher das große Gala-Büffet mit Band-Begleitung in den Restaurants Odessa und Crimea sowie der Gala-Show-Express unter Beteiligung der Abendkünstler Randall Cooper (US-Tenor), Angelika Blum (österreichische Sopranistin), Jiri Erlebach (tschechischer Geiger) u.a.
Dienstag, 14.02.2006 - Auf See Die Seetage vergehen erstaunlich schnell, aber naturgemäß eher gleichförmig. Man hat sich in den Abläufen eingerichtet, die aus vielen Mahlzeiten, Liegen an Deck, Sportveranstaltungen, Teilnahme an den Kursen, Besuch von Abend- und Tanzveranstaltungen (z.B. ein Kabarettabend der Passagiere), Kneipenrunden in den Innen- und Außenbars und Erholung mit viel Schlaf bestehen. Ein besonderes Glanzlicht ist heute der Vortrag von Dr. Wolfgang Losacker “Die Meuterei auf der Bounty”, mit dem der morgige Tag vorbereitet wird. Abends findet auf dem Sportdeck die Bordkirmes statt, bei der einfache Spiele von den Passagieren gespielt werden können, betreut durch die Tages- und Abendkünstler. Hieran haben alle einen Heidenspaß. Auch der Alkoholkonsum kommt nicht zu kurz, denn die Gewinne werden in Wodka und Waffeln ausgezahlt. So ist nach einer guten Stunde fast jeder leicht angesäuselt und verbreitet eine entsprechend lockere Stimmung. Eine gelungene Veranstaltung! Mittwoch, 15.02.2006 - Vor Bounty Bay/Pitcairn Gegen Mittag erreichen wir Pitcairn, die fast mystische Insel der Bounty-Meuterer. Nachdem man Ende des 18. Jahrhunderts Captain Bligh mit einigen Getreuen in ein Rettungsboot gesetzt und dem Spiel der Naturgewalten überlassen hatte, mußten Leutnant Fletcher und seine Anhänger von Tahiti fliehen, wo sie mehr als ein halbes Jahr gelebt und Wurzeln geschlagen hatten. Dr. Losacker hatte es gestern sehr anschaulich dargestellt. Vor Bounty Bay, exakt an unserem Ankerplatz, hatte man seinerzeit die Bounty auf Grund gesetzt und verbrannt. Einige der Nachfahren dieser wilden Gesellen sind soeben an Bord gekommen und bieten ihre Waren an, die reichlich gekauft werden. Es handelt sich um einfache Gegenstände, wie Holzschalen, Tücher, Karten der Insel, geschnitzte Tierfiguren u.ä. Die Pitcairner sehen ganz normal aus. Wenn man ehrlich ist, erwartet man ja angesichts jahrhundertelangen Inzestes reichlich debile Gestalten. Aber nein, sie wirken teilweise sogar sehr aufgeweckt, wie der junge durchtrainierte Mann, der mit bloßen Füßen auf dem Bug seines Langbootes steht und trotz hefiger Dünung nicht ins Wasser fällt. Er ist ein beliebtes Filmmotiv. Die “Saga Rose” war einige Stunden vor uns angekommen. Ausbootversuche mit eigenen Tenderbooten scheitern, führen sogar zu einem Unfall, bei dem ein Boot beschädigt und eine Dame verletzt werden. Auch hier ist die Dünung immer noch sehr lang, trotz niedriger Wellenhöhe, und ein schützendes Atoll gibt es nicht. Damit ist klar, daß auch wir nicht tendern können. Aber welche Freude... die Pitcairner haben zwei neue hochwandige Langboote, mit denen sie den Transport übernehmen können. Beim Anlegen neben der Maxim schaukeln sie zwar fast furcheinflößend hoch neben der Schiffswand, aber das hält niemanden ab. Wer will und kann, springt an Bord, hockt sich nieder, der Nächste springt usw. Dann donnern die Boote mit ihren sehr starken Motoren Richtung Ufer. Die Begeisterung kennt kaum Grenzen. Pitcairn! Den Boden dieser Insel betreten zu haben, ist schon etwas Besonderes.
Donnerstag, 16.02.2006 und Freitag, 17.02.2006 - Auf See Samstag, 18.02.2006 - Fakarava/Tuamotu-Inseln/Franz.-Polynesien Endlich: Die Maxim erreicht Französisch-Polynesien. Nachts sind wir an vielen der Tuamotus vorbei gefahren, und heute morgen gegen 9 h liegt ein kleines, flaches Inselchen vor uns: Fakarava. Die behördlichen Formalitäten sind schnell erledigt, und dann geht’s an Land. Hier gibt es keinerlei Dünungsprobleme, wir liegen ja in der Lagune. An Land werden wir von den Insulanern mit Blumen, Musik und Tanz begrüßt. Das Schöne daran ist, es wirkt nicht touristisch aufgesetzt, sondern echt und natürlich. Fakarava ist kein Touristenziel, die Infrastruktur ist kaum vorhanden - trotz kleinen Flughafens und französischer Präfektur. Diese kleine Atollinsel, vielleicht 2 oder 3 km lang und wenige 100 Metern breit, vermittelt das perfekte Gefühl echter alter Südseeromatik. So ist es hier früher überall gewesen, wie einige “alte Hasen” erklären. Man geht die kleine Dorfstraße entlang, bewundert die netten Häuschen und die kleine blaue Kirche, schaut sich im Souvenirshop mit dem Muschelfußboden um und landet fast zwangsläufig in der offenen Strandbar in der Nähe der einzigen Pension der Insel. Ist das tropisch-entspannt hier! Man will gar nicht mehr weg. Die Ausblicke spektakulär, die tropische Brise im Schatten wunderbar, das Tahiti-Bier “Hinano” richtig lecker und mit dem Bild einer hübschen Südseedame versehen... was will man mehr? Richtig: baden in der Lagune, hai-sicher. Genau das tun fast alle und haben ihren Spaß. Alles in allem ein wahrhaft traumhaftes Erlebnis und fast allein die weite Reise wert. Gegen 17 h fahren wir weiter, Richtung Moorea. Abends verabschieden sich bereits einige der Künstler mit einer Show, sie werden in Tahiti durch neue Unterhalter ersetzt.
Sonntag, 19.02.3006 - Moorea/ Franz.-Polynesien Seit 10 h liegt die Maxim in einer der beiden Buchten Mooreas auf Reede. Auch hier durch die Lagune keinerlei Tide-Probleme, so dass ein Ausbooten problemlos möglich ist. Bereits wenige Minuten nach dem Ankern beginnen die Tenderboote ihre Fahrten, damit die Inselausflüge beginnen können. Manche schauen sich das Eiland vom Bus aus an, andere steigen in Geländewagen und erreichen damit Gegenden, die sonst keiner sieht, einige führen eine Schnorchelsafari durch, wieder andere unternehmen etwas auf eigene Faust. Mietwagen werden - wenn auch nicht ganz billig - an der Landestelle angeboten. Moora ist eine wunderschöne Insel mit hohen, spektakulären Bergen, einer unglaublichen tropischen Vegetation und herrlichen Aussichten. Einige Luxushotels können ebenfalls besichtigt werden, wenn man an der Rezeption höflich fragt. Und wenn man sich unauffällig benimmt, so dass andere Gäste nicht gestört werden, hat auch niemand etwas dagegen, wenn man am Hotelstrand ein Bad im Meer oder Pool nimmt - Südseegastfreundschaft eben! Man glaubt es kaum, aber wie an jedem anderen Ziel gibt es auch Leute, die nicht an Land gehen (können). Darunter ist der eine oder andere Passagier, dem es offenbar an Deck besser gefällt. Aber natürlich müssen viele dienstbare Geister arbeiten, weil Mahlzeiten angeboten werden müssen, die Kabinen sind aufzuräumen, die Mechaniker arbeiten im Schiff, die Matrosen fahren die Gäste etc. Die Unterhaltung an Bord beschränkt sich heute auf eine Mixed-Show dreier beliebter Abendkünstler sowie sie üblichen Band- und Diskotreffs.
Montag, 20.02.2006 - Bora Bora/ Franz.-Polynesien Heute haben wir von 8 - 18 h Zeit auf Bora Bora, dem Synonym für Südseeromatik. Sicher eine wunderbare Insel, doch merkt man ihr den wachsenden Tourismus an. Die verträumte und nostalgische Inselatmosphäre ist den in allen Touristenzentren der Welt angebotenen Jeep-Safaris, Glasbodenbootstouren und Helikopterrundflügen gewichen. Aber man kann auch noch die unverfälschte Insel sehen, allerdings ist das etwas beschwerlicher und vor allem teuer. Denn der Mietwagen kostet hier dreimal so viel wie auf Moorea, die Straße um die Insel ist völlig zerlöchert und überhaupt wirkt Bora Bora in vielen Bereichen eher ärmlich, verglichen mit Moorea. Trotzdem ist es ein Erlebnis, hier zu sein, und für viele Passagiere war Bora Bora sogar das Hauptmotiv für die Reise. An Deck findet findet am frühen Abend die Auslaufparty mit großem Grillen statt. Parallel gibt es Abendessen heute nur im Restaurant Odessa in freier Sitzordnung. Sehr witzig und erfolgreich ist die große heitere Modenschau, die von der Phoenix-Reiseleitung durchgeführt wird und bei den Gästen zu großer Begeisterung führt.
Dienstag, 21.02.2006 - Papeete/Tahiti/ Franz.-Polynesien Schon seit 6 h morgens liegen wir im Hafen von Papeete, mitten in der Stadt. Ablegen werden wir erst 1 h nachts. Das sind immer wieder ganz besondere Glücksfälle, wenn man einfach vom Schiff gehen kann und sich sofort mitten im Leben befindet. Vor allem, wenn man sogar lokales Abendleben genießen kann. Das Schiff ist fast leer. Viele Passagiere nehmen an den Ausflügen teil, wie “Tahitis Natur”, “Lagunenfahrt mit dem Boot”, “Historisches Tahiti” und “Inselrundfahrt”. Andere gehen auf eigene Faust ins Städtchen, das zwar nur 4.500 Einwohner hat, aber dennoch fast großstädtisch wirkt. Der breite Boulevard am Hafen, die polynesische Markthalle, große Einkaufszentren - all das hat vielen in den letzten zwei Wochen gefehlt. Glück haben auch zwei Passagiere, die leider krank sind. Der eine muß sogar dringend operiert werden, und hier in Papeete gibt es immerhin drei Krankenhäuser, die große Teile der Südsee versorgen. Das beste Hospital ist die französische Privatklinik, die über alle modernen Geräte und erstklassige Ärzte verfügt. Und hierher werden die Phoenix-Gäste mit Betreuung durch die Reiseleitung gebracht. Wichtig ist nur die Auslandskrankenversicherung. Sicher kein schönes Thema, aber man muß unbedingt an seine Absicherung denken, wie diese Beispiele zeigen. Viele Gäste und Künstler haben ihre Koffer schon gepackt. Sie fliegen heute nacht mit Air Tahiti Nui (einer Gesellschaft, die von allen Reisenden hoch gelobt wird: neue Maschinen, viel Beinfreiheit, guter Service) über Los Angeles nach Paris.Vorher erfreuen sich aber alle abends noch an den Darbietungen der polynesischen Tanzgruppe an Bord oder der lokalen Band draußen im Park direkt vor dem Hafen. Ein herrlicher Tropenabend, der unvergeßlich bleibt!
Mittwoch, 22.02.2006 - Raiatea/ Franz.-Polynesien Den ganzen Tag (9.30 - 18 h) liegen wir auf Reede vor Raiatea, einer Insel, die relativ unbekannt ist. Das Ausbooten dauert etwas länger, weil das Schiff relativ weit draußen liegt, geht aber problemlos vonstatten. Was kann man unternehmen? Die Ausflüge gehen den Faaroa-Fluß entlang, mit dem Boot natürlich, oder man guckt sich auf einer Rundfahrt die Insel an. Wieder andere machen nichts, sondern sitzen nur in der Einkaufs- und Kneipenzeile des kleinen Yachthafens und trinken etwas. Dennoch: Alles in allem wieder ein wunderbarer Tropentag, wenngleich manche Leute schon klagen, daß es ihnen zu warm sei. Klar, wir befinden uns mitten im Tropensommer. Dafür sind die gebotenen 32 Grad eigentlich noch recht niedrig. Nur die hohe Luftfeuchtigkeit zwingt einen dazu, sich luftig, leicht und hell zu kleiden. Auch der Sonnenschutz in Form von Kopfbedeckung und Creme ist nicht zu vernächlässigen. Die Abendveranstaltung im Musiksalon besteht in einer optisch gelungenen Darbietung der Star Dancers, einer Tanzgruppe aus zwei Damen und zwei Herren.
Donnerstag, 23.02.2006 - Auf See (Weiberfastnacht) Mal wieder einer dieser entspannten Seetage in schönster Sommeratmosphäre an Bord. Gemütlich frühstücken in einem der Restaurants oder dem Lido-Café, ab 11 h Frühschoppen mit Eisbein, Sauerkraut und Bier an der Außenbar “Neptun”, ab 12.30 h Lunch-Buffet für alle, die noch Platz im Magen haben... Etwas gearbeitet wird auch, nämlich im Computer-Kurs: Heute geht es um Videonachbearbeitung am PC. Mentaltraining und Reiki gibt es heute nicht, denn die Referenten sind von Tahiti aus nach Hause geflogen. Um 17 h informiert Cruise-Direktor Klaus Gruschka alle Gäste, insbesondere die in Tahiti hinzu gekommenen, über das Schiff und die jetzige Reisestrecke, die für die Neuen mindestens bis Sydney geht. Anschließend, ab 18.30 h, begrüßen er und der Kapitän Vladimir Yakimov alle neu zugestiegenen Passagiere persönlich vor der Rossia Lounge mit einem Cocktail. Ab 19 h wird das Kapitänsdinner gegeben. Die Restaurants sind dazu besonders festlich dekoriert. Und um 21 h beginnt die große Willkommensshow im Musiksalon, in der alle Künstler dieser Etappe vorgestellt werden und den Gästen einen ersten Eindruck ihres Könnens verschaffen. Besonders herauszuheben sind hierbei der Sänger und Entertainer Grant Newsome - ein Australier aus Berlin, der Lieder von Elvis Presley, Tom Jones, Robbie Williams u.ä. präsentiert - und Stefan Lamml, ein Bayer, der als Regensburger Domspatz gesungen und als Saxophonist bei Hugo Strasser geblasen hat. Sie beide bringen richtig Schwung auf’s Schiff - die Gäste applaudieren begeistert. Ab 22 h findet im Captain’s Club die Weiberfastnachtsparty statt: Die fünfte Jahreszeit hat begonnen! Freitag, 24.02.2006 - Rarotonga/ Cook-Inseln (zu Neuseeland) Schon kurz vor 8 h ankert die Maxim draußen vor Avarua, dem einzigen “richtigen” Ort der Insel. Rarotonga hat keine Lagune und ist folglich nicht vor der Brandung des Pazifiks geschützt. Aber wir haben Glück, das Meer ist ruhig und wir können ausbooten. Die wirklich wunderschöne Insel gehört zum britischen Empire und das merkt man sofort: Die meisten Gäste können mit den Einheimischen reden, die Autos fahren links und die Vegetation ist englisch-gepflegt. Was stark verwundert: die Preise sind sehr viel niedriger als im französischen Teil der Südsee. Wie abends zwischen den Passagieren ausgetauscht wird, gefällt den meisten dieses Eiland ganz besonders gut. Es bietet eine traumhafte Mischung aus wunderbarem Bewuchs, freundlichen Menschen, herrlicher Landschaft mit paradiesischen Stränden - kurz, eine Tropeninsel, wie man sie in der Südsee erwartet. Unser Mietwagen, ein gepflegter Mittelklasse-Japaner mit extrem kalter Klimaanlage, kostet gerade mal 30 Euro für den ganzen Tag. Telefonkarten für Gespräche nach Deutschland gibt es von Kia Orana für 50 Cents pro Minute. Der Ort Avarua bietet touristisches Flair im sehr positiven Sinn, denn es ist zwar ein bißchen was los (Geschäfte, Eisdielen, Kneipen etc.), aber das in sehr unaufdringlicher und obendrein gepflegter Weise. Die Inselrundfahrt eröffnet exquisite Ausblicke auf das Leben in der Südsee. Der Mori-Strand bietet extrem weißen Sand, und man kann vom Strand zu Fuß durch das Niderigwasser des Meeres zu den benachbarten Motus gehen, diesen kleinen Tropeninselchen mit wunderbarer Südseevegetation. Übrigens ist das Meer hier 32° warm! Auf unserer Inselrundfahrt finden wir das Haus unseres in Tahiti von Bord gegangenen Lektors Dr. Wolfgang Losacker, des Südseearztes von Rarotonga und deutschen Honorarkonsuls der Cook-Inseln. Das interessiert uns, wir wollen doch mal sehen, wie man hier so lebt. Oh Gott, die Haustür und die Terrassentür des direkt am Meer gelegenen Hauses stehen offen. Es ist aber nichts schlimmes passiert, die neuseeländischen Nachbarn sagen, das sei hier so. Wir werden eingeladen, weil wir “Wolfgang” kennen und erleben eine Herzlichkeit, die man in Deutschland nirgends findet. Rarotonga, du wirst mir fehlen!
Samstag, 25.02.2006 - Auf See Zwei Seetage trennen uns jetzt noch von Neuseeland, dem letzten Ziel für rd. 100 Gäste an Bord. In der kommenden Nacht werden wir die Datumsgrenze überqueren. Bislang sind wir (bedingt durch unsere Winterzeit) 12 früher als die deutsche Heimat. D.h. in Rarotonga war es z.B. 11 h morgens, in Deutschland bereits 23 h abends. Ab dem kommenden Tag - nach Passage der Datumsgrenze - werden wir es 12 Stunden später haben, also 14 h in Auckland/Neuseeland sind 2 h nachts desselben Tags in “good old Germany”. Auf dem Schiff wird der Datumsgrenzen-Transfer um Mitternacht mit einer Party gefeiert: Man springt imaginär über die Datumsgrenze und bekommt anschließend ein Glas Sekt und eine Urkunde. Vormittags kann man in einem neuen Kurs bei Gabriele Streuer “Hula, den Tanz der Südsee” lernen, Udo Schneider setzt sein Computerthema “Video am PC” fort und Wolfgang Müller, der neue Lektor seit Tahiti, spricht über “Paul Gauguin - vom Börsenmakler zum Südseemaler”. Außerdem zeigen Küchenartisten Gemüseschnitzereien, man kann Russisch lernen und das Ehepaar Schu bringt interessierten Passagieren Standardtänze bei. Abends begeistert Stefan Lamml im Musiksalon mit herrlichen, bekannten Melodien auf Saxofon und Klarinette “Von Glenn Miller bis Blues Brothers”. Sonntag, 26.02.2006 - Tag fällt aus (Datumsgrenze) Was, der Tag fällt aus? Wie geht das denn? Nun, das hängt mit dem Überqueren der Datumsgrenze zusammen (siehe Vortag). Bis 1883 stellte jedes Land die Zeit so ein, wie es ihm gefiel - orientiert etwa am Lauf der Sonne. Mit zunehmender Internationalisierung durch Telegrafie, Schiffsverkehr, Dampfschifffahrtsfahrpläne etc. mußte man aber eine gemeinsame Lösung finden. Dies geschah 1883 in Washington D.C., wo man die Welt in 24 Zeitzonen unterteilte, was praktisch der Zeit entsprach, die die Sonne für deren Überquerung benötigte. Als Trennpunkt zwischen Ost und West wurde Greenwich bei London festgelegt, wo damals die bedeutendste Sternwarte der Welt stand. Außerdem wurde eine imaginäre geografische Grenze eingeführt, genau auf dem 180°-Meridian, exakt gegenüber dem 0-Meridian von Greenwich. Diese Grenze bekam den Namen “Internationale Datumsgrenze” als der Punkt, an dem sich das Kalenderdatum um einen Tag ändert, wenn sie überschritten wird. Kompliziert! Glücklicherweise liegt sie mitten im Pazifik um einige kleine Inseln herum, wo sie wenig Verwirrung stiften kann... Montag, 27.02.2006 - Auf See (Rosenmontag) Die herausragenden Parties dieses Tages sind der Karnevalfrühschoppen an der Neptun-Bar draußen am Heck des Schiffes, wo zu Livemusik Leberkäse, Kartoffelsalat und Bier verzehrt werden, abends ab 21 h das große Kostümfest im Musiksalon, das von Carola Opitz moderiert wird, und ab 22 h im Captain`s Club die “Ramba-Zamba-Karnevalsparty” mit Diskjockey J.J. Wer in Auckland aussteigt, muß sich heute vormittag bei den neuseeländischen Behörden vorstellen. An Bord sind ein Zollbeamter und ein Vertreter der Agrarbehörde, denn Neuseeland fürchtet das Einschleppen von Tier- oder Pflanzenschädlingen. Die Herren erweisen sich als äußerst nett, geradezu heiter. Sie begleiten uns bis Bay of Islands, also noch zwei Tage, und stehen gern auch für persönliche Gespräche bereit, was einem manch interessanten in neuseeländische Fragen verschafft. Natürlich finden auch die üblichen Veranstaltungen statt, wie Hula-Tanz, Russischkurs, ein Vortrag über Neuseeland, der PC-Kurs mit “Audio am PC” sowie der Standardtänze-Kurs. Vergessen sollten wir auch nicht die acht Mahlzeiten des Tages, diverse regelmäßige Veranstaltungen wie Frühsport, Wassergymnastik im Pool, das Skat-Turnier, das Fußballspiel, den Lauftreff und und und... Wer will, hat Freizeitstress pur, wer nicht will, legt sich auf die faule Sonnenhaut. Dienstag, 28.02.2006 - Auf See Der letzte Seetag einer langen Reiseetappe (immerhin seit Lima!) ist angebrochen. Wie auch am Vortag steht eine lange Reihe von Veranstaltungen für Interessierte zur Verfügung, damit es nicht langweilig wird. Ein wenig Wehmut stellt sich ein, als der Kapitän und die Phoenix-Reiseleitung sich am frühen Abend im Musiksalon bei einem Cocktail von den abreisenden Gästen verabschieden. Aber wer wird denn weinen? Die Phoenix-Schiffe fahren ja weiter und warten auch in Zukunft auf so nette Passagiere... Ab 21 h findet der “Künstler-Show-Cocktail” unter Leitung von Carola Opitz statt. Alle anwesenden Künstler geben einen Ausschnitt ihres Könnens zum Besten - eine runde Veranstaltung. Der Mitternachtssnack ab 22.30 h ist heute als Abschiedsgruß ein “Südsee-Büffet” mit einer traumhaften Früchteauswahl, begleitet von allerlei anderen Köstlichkeiten. Da kann man sogar richtig zuschlagen, ohne eine Gewichtszunahme befürchten zu müssen. Mittwoch, 01.03.2006 - Bay of Islands/ Neuseeland Die Einfahrt in die Bay of Islands gegen Mittag gestaltet sich vergnüglich: Wir werden in dieser beeindruckenden, landschaftlich wunderschönen Bucht von einer Bande Delfine begleitet, die genau zu wissen scheint, daß wir an Bord auf ihre Kunststückchen warten. Sie springen aus dem Wasser, einzeln und in Dreierformation, neben dem Schiff, vor dem Schiff... Helle Begeisterung macht sich unter den Gästen breit. Das geht so etwa eine Viertelstunde, dann sind sie verschwunden. Tolle Burschen, diese grauen Meeressäuger! Die Bay of Islands ist eine Buchtenlandschaft an der Nordostküste Neuseelands, also im wärmsten Teil des Landes. Es sind so ca. 24 Grad, die Luft ist wunderbar trocken. Empfindliche Naturen können nach der schwülen Tropenhitze der sommerlichen Südsee mal wieder richtig durchatmen. Die Tenderboote bringen uns über die Bucht an den Anlegeplatz in der Nähe von Paihia, gegenüber dem Nobelort Russell. Die Phoenix-Reiseleitung hat für die Passagiere, die keinen Ausflug gebucht haben, kostenlose Shuttlebusse nach Paihia gechartert. Das erspart einen Fußmarsch von etwa 2 km. Paihia selbst ist ein richtig gemütlicher Touristenort, in dem flanieren, einkaufen, Eis essen, telefonieren kann. Oder man bucht das Schnellboot nach Russell bzw. ein Motorboot, um Wasserski zu fahren. Überhaupt ist alles möglich, was mit Wassersport zu tun hat. Die Mehrzahl der Nichtausflügler spaziert einfach durch den liebenswerten Ort und läßt es gemütlich angehen. Ein sehr entspannter Nachmittag! Es fällt auf, daß die Neuseeländer getreu der britischen Tradition ihr Grün sehr pflegen: Jede Rasenfläche, selbst direkt am Ufer des Meeres, ist bis auf den letzten kleinen Grashalm sauber gestutzt. Man kann kaum glauben, was man sieht, so topp-gepflegt ist das alles. Das Abendessen wird heute etwas später serviert, weil die Landgänger recht später wieder an Bord sind. Professor Helge Dorsch spielt später im Musiksalon romatische Klaviermusik aus verschiedenen Ländern. Das Highlight des Unterhaltungsabends ist aber das Late-Night-Special in der Rossia-Lounge. Grant Newsome (Gesang), Stefan Lamml (Saxofon und Klarinette) und Jiri Erlebach (Geige) geben “Swing, Swing, Swing” auf besonderen Wunsch vieler Gäste, die den Hauptabend von Grant Newsome in zwei Tagen wegen ihrer Rückreise sonst nicht mehr miterlebt hätten. Klasse, was die drei präsentieren!
Donnerstag, 02.03.2006 - Auckland/ Neuseeland Die Passagiere, die auf der linken (Backbord-)Seite des Schiffes eine Außenkabine haben, freuen sich beim Wachwerden über die tolle Aussicht: Die Maxim Gorki liegt mitten in der Stadt am “Princess Passender Terminal”, und man schaut auf die Skyline von Auckland, im Vordergrund das alte Backsteingebäude der Hafenverwaltung. Zur rechten Seite liegt das neue Hafen-Hilton-Hotel, nett anzusehen, aber weniger spektakulär. Die meisten Gäste nehmen an der Stadtrundfahrt teil, die zu den wichtigsten Stellen der Stadt führt. Der neuseeländische Reiseführer spricht beeindruckend gut Deutsch, denn er ist oft bei uns zu Gast. Die beeindruckendsten Punkte der Fahrt sind der Fernsehturm und das Neuseelandmuseum. Zunächst geht es aber durch die Stadt zur Hafenbrücke, die zwei Stadtteile Aucklands miteinander verbindet. Die Stadt selbst hat ca. 1,2 Mio. Einwohner (von 4,2 Mio. Gesamtbevölkerung Neuseelands), wirkt aber trotz der Skyline eher provinziell-gemütlich. Sie bedeckt eine große Fläche, ist aber dennoch sehr überschaubar. Die Fahrt auf den Fernsehturm, mit 330 m der höchste Turm der südlichen Erdhalbkugel, dauert mit dem Lift gerade einmal 40 Sekunden. Dann steigt man in der 220 m hohen Aussichtsplattform aus. Der Rundumblick ist atemberaubend. Nichts für Leute mit Schwindelgefühlen ist der direkte Blick nach unten: In den Boden sind viele Plexiglasfenster eingelassen, durch die man nach unten auf die Straßen der Stadt sehen kann. Nasse Hände sind bei den meisten Folge dieses spektakulären Ausblicks. Im Neuseelandmuseum sieht man die Geschichte der Ureinwohner, der Maori (gesprochen: Mauri). Die waren nicht gerade zimperlich, wenn es um Kriegführung ging: Am liebsten wurden die Köpfe der Feinde mit diversen Werkzeugen abgeschlagen. Interessant zu sehen, welche Gerätschaften sich dafür so eignen... Sehr beeindruckend ist der Erlebnisteil des Museums. In höchstem Maße realistisch ist die Simulation eines Vulkanausbruchs in der Auckland-Bay. Auckland ist Vulkangebiet. Man sitzt in einem Wohnzimmer, schaut aus dem Fenster (eine riesige Videoleinwand) auf die Bucht, und plötzlich bricht ein neuer Vulkan aus dem Wasser auf. Eine riesige Wolke steigt auf, die rast auf das Wohnzimmer zu und führt eine immer höher werdende Wasserwand mit sich. Beides, die Wolke und das Wasser, rasen auf das Wohnzimmer zu und zerschmettern es... Es braust, dröhnt, rumpelt und wackelt, daß einem Angst und Bange wird. Dann schaut man wieder durch’s Fenster und sieht, daß die tiefergelegene Siedlung komplett zerstört ist, und in der Bucht raucht ein neugebildeter Vulkan. Danke, daß wir das überlebt haben! Den Abend verbringen die Passagiere auf eigene Faust. Viele sind an Bord geblieben, verabschieden sich von neuen Freunden, trinken etwas an der Neptun-Außenbar. Andere sieht man im Städtchen, weil sie mal neuseeländische Gastronomie ausprobieren wollen.
Freitag, 03.03.2006 - Auckland/ Neuseeland Das letzte Sektfrühstück zur Verabschiedung der ca. 100 Gäste, die das Schiff verlassen, findet in den Restaurants statt. Dann steht die letzte Etappe dieser tollen und sehr beeindruckenden Reise an, der Rück- oder Weiterflug. Die meisten jetten nachmittags Richtung Heimat, einige wenige fliegen auf eigene Faust nach Australien. Das Einchecken am Auckland-Airport geht relativ schnell und problemlos vonstatten, Singapore Airlines bzw. Quantas sind bestens vorbereitet. Am frühen Nachmittag steigen die zwei Jumbos in die Lüfte, und speziell der Singapore-Airlines-Flug bietet noch sensationelle Ausblicke auf das Herz Australiens, das fast 3 Stunden überflogen wird. Als es dunkel wird, nähert sich das Flugzeug Singapur, das aus der Luft ebenfalls einen tollen Anblick bietet, mit seiner Bucht und den vielen Schiffen, dem Lichtermeer der Stadt... Die 9:30 h Flug sind sehr schnell vergangen. Da fallen einem die anschließenden 12 h bis Frankfurt schon etwas weniger leicht. Wenn man aber bedenkt, daß dies der weltweit längste mögliche Flug ist, dann ist er doch ziemlich entspannt verlaufen, sogar in der Economy-Klasse. Viel schöner wäre es sicher in der Business-Class oder gar der Ersten Klasse gewesen, aber die Aufpreise sind doch recht kräftig. Ein Aufschrei geht dagegen beim Landeanflug auf Frankfurt durch’s Flugzeug: “Hier ist ja alles verschneit!” Und das am 04. März! Minus 3 Grad! Und fast ein Meter Neuschnee in Bayer! Oh Gott, nix wie weg - wieder auf’s Schiff, das wäre was....
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